Die Kultur Ägyptens
Ägypten umfängt Reisende und Besucher mit der Atmosphäre einer jahrtausendealten Hochkultur. Bereits vor mehr als 5000 Jahren beginnt die dokumentierte Geschichte des einst mächtigen Reiches am Nil und bis zum heutigen Tage zeugen zahlreiche Bauwerke, Tempel- und Palastanlagen und Kultstätten von den kulturellen Errungenschaften des Landes im Norden von Afrika. Weltbekannt sind die Pyramiden von Gizeh, die Menschen aus der ganzen Welt anziehen und den Gegenstand vieler mystischer Geschichten und Überlieferungen bilden. Einst als monumentale Grabmäler der Pharaonen errichtet, sollten sie die Herrscher auf das ewige Leben vorbereiten und die Mumie des Herrschers vor Grabräubern und Schändungen schützen.
Bestimmend für die Entwicklung von ganz Ägypten war seit jeher der Nil, als längster und mächtigster Strom der Welt. Seine regelmäßigen Überschwemmungen versorgte das ansonsten trockene Land mit einem fruchtbaren, schwarzen Schlamm, der die Böden bewässerte und düngte und so den Anbau von Getreide, Früchten und Gemüse erlaubte. Blieb die Überschwemmung aus, so waren Hungersnöte, Elend und Tod die Folge. Steig der Wasserstand zu stark an, so wurden Felder, Häuser und ganze Dörfer zerstört. Um die Götter sanft zu stimmen, wurden überall entlang des Nil religiöse Kultstätten, Tempelanlagen und andere Bauwerke zur Verehrung der Götter errichtet. Viele dieser Stätten können noch heute besichtigt werden und so erhalten Reisende einen lebendigen Eindruck von der Geschichte. Der Nil war aber weit mehr, als der Spender von Fruchtbarkeit und Wasser. Er stellte schon früh die zentrale Verkehrsader der Ägypter dar und ermöglichte den Transport von Soldaten, Arbeitern, Baustoffen und Gütern über weite Distanzen und in nur kurzer Zeit. Die alten Ägypter setzten hoch entwickelte Boote und Schiffe ein und nutzten den mächtigen Strom zum Aufbau einer wachsenden Struktur.
Die Geschichte des alten Ägyptens ist von Aufstieg und Niedergang gekennzeichnet. Vier zentrale Epochen werden hierbei unterschieden, die jeweils Erstaunliches hervorbrachten und nach einiger Zeit doch dem Untergang geweiht waren. In der Zeit des Alten Reiches entstanden die großen Pyramiden in Gizeh, errichtet von Cheops, Chephren und Mykerinos. Bis zum heutigen Tage versetzen uns diese monumentalen Bauwerke in Erstaunen und sind zum Symbol der damaligen Hochkultur geworden. Das Mittlere Reich widmete sich vorrangig der Entwicklung der Schrift, der Sprache, der Kunst und der Kultur. Das damals geeinte Reich wirkt gemeinschaftlich an weitreichenden Zielen und Ägypten erblüht unter der Herrschaft der 11. und 12 Dynastie. Das Neue Reich bringt die 18. Dynastie hervor und damit jene Pharaonen, deren Namen uns noch heute bekannt sind. Hatschepsut, Amenophis III., Echnaton und Tutanchamun lenken das Geschick ihres Volkes mit sicherer Hand und erreichen einen Standard der Baukunst, der Menschen weltweit bis zum heutigen Tage in Erstaunen versetzt. Herausragende bauliche Werke der damaligen Zeit sind die ausgedehnten Tempelanlagen in Luxor, Abu Simbel und Karnak. Doch auch dieses goldene Zeitalter erlebt seinen Niedergang. Erst mit dem Beginn der so genannten Spätzeit wird die Vereinigung Ägyptens wieder möglich, diesmal allerdings vorrangig unter persischer Herrschaft.
Die Kulturgeschichte des alten Ägyptens endet mit der Eroberung durch Alexander den Großen. Das Jahr 322 vor Christi Geburt besiegelt das Schicksal des mächtigen Reiches am Nil, das während seiner erfolgreichen Zeiten Errungenschaften und Kulturgüter hervorgebracht hat, die in der Geschichte ohne Beispiel sind. Die Faszination für diese Hochkultur hält bis zum heutigen Tage an und dies liegt sicher teilweise darin begründet, dass Reisende auch zu unserer Zeit die Kulturgüter, Bauwerke und die ägyptische Kunst in teilweise hervorragendem Zustand besichtigen können. Ob im Rahmen einer Besichtigung von Gizeh, Luxor oder Abu Simbel, ob auf einem Kreuzschiff, dass seine Passagiere auf dem Nil zu zahllosen Kultstätten und mystischen Orten geleitet, oder ob per Jeep oder Kamel durch die Wüsten Ägyptens: Stets kommt der Gast mit den lebendigen Zeichen der Geschichte in Berührung, die ihn fesseln und beschäftigen.
Dabei beschränkt sich die kulturelle Botschaft Ägyptens nicht ausschließlich auf die Antike. Wer das moderne Kairo erlebt, der stellt schnell fest, dass das Land am Nil seinen kulturellen Anspruch zielsicher in die Moderne transportiert hat und über das unnachahmliche Talent verfügt, Altes mit Neuem zu verbinden und so Erlebniswelten zu erschaffen, die eine magische Anziehungskraft auf Menschen in der ganze Welt ausüben. Wie sonst ist der unverminderte Zustrom internationaler Besucher zu erklären, die Jahr für Jahr das Nilreich zwischen Rotem Meer und Mittelmeer besuchen und die fast immer wieder kehren, weil Ägypten sie nach dem ersten Besuch nicht mehr los lässt. Die ausgeprägte Gastfreundschaft, die in Ägypten fast schon sprichwörtlich ist, sorgt zudem dafür, dass sich Urlaubsgäste hier rundum wohl fühlen. Kulinarische Köstlichkeiten, traditionelle Speisen und erfrischende Getränke versüßen dem Gast seinen Aufenthalt und die unnachahmliche Freundlichkeit, mit der jeder Wunsch erfüllt wird, vermittelt Geborgenheit und tiefe Erholung. So enden viele kulturell geprägte Aufenthalte mit einem Ausklang an den Küsten des Roten Meeres, wo der feine, goldgelbe Sand, das kristallklare Wasser und der strahlend blaue Himmel genossen werden können. So tritt nach vielfältiger Beschäftigung mit Kultur, Kunst und Geschichte eine umfassende Entspannung ein, die dabei hilft, das Erlebte zu verarbeiten und dauerhaft zu bewahren. Ägypten ist großzügig und teilt die Erinnerungen an eine große Zeit mit den zahlreichen Gästen aus aller Welt, die wiederum das Erfahrene weiter geben und so dafür sorgen, dass die Begeisterung für das ehemalige Pharaonenreich nicht abreisst.